
Warum wir unsere IP65-Heizgeräte dem „Dampftest“ unterziehen
Wenn man einen Infrarotheizer im Badezimmer verwendet, fordert man im Grunde genommen dazu auf, einem Albtraum standzuhalten. Einen Moment lang strahlt der Heizer Wärme ab – im nächsten Moment wird er mit dichtem, schwerem Dampf überschüttet.
Viele Unternehmen setzen einfach das Etikett „IP65“ auf ihre Produktbeschreibungen und betrachten das als ausreichend. Wir tun das nicht. Wir verlassen uns nicht auf die papierenen Angaben, sondern auf die Ergebnisse unserer Tests unter Feuchtigkeitsbedingungen. Im Grunde versuchen wir herauszufinden, ob das Gerät unter solchen Bedingungen funktioniert – oder ob es kaputtgeht.
Das eigentliche Problem im Badezimmer liegt nicht nur darin, dass Wasser versehentlich darauf spritzt. Es geht vielmehr um die ständigen Schwankungen der Umgebungstemperatur. Der Heizer erreicht dabei Temperaturen von 100°C – doch plötzlich wird er mit kalter, feuchter Luft konfrontiert. Dadurch dehnen und ziehen sich die Materialien immer wieder aus. Wenn die Abdichtung auch nur leicht beschädigt ist, dringt Feuchtigkeit ein. Und wenn Wasser zu den Hochspannungsanschlüssen gelangt, kommt es zu einem Kurzschluss oder der Heizer funktioniert nicht mehr. Das ist sicherlich keine gute Art, den Morgen zu beginnen.
Um das zu verhindern, bringen wir unsere Heizgeräte in eine Klimakammer. Dort erhöhen wir die Luftfeuchtigkeit auf 95 % und ändern die Temperatur ständig. Es handelt sich dabei um einen extremen Prozess, der in wenigen Wochen die Effekte jahrelanger Nutzung nachahmt.
Wir suchen nach Schwachstellen: Verformt sich die Dichtung bei hoher Temperatur? Beginnen die internen Verbindungen im feuchten Raum zu rosten? Hält die Isolierung stand – oder tritt Stromleckage auf?
Doch es gibt ein Problem: Wenn wir die wasserdichte Abdichtung zu stark machen, entsteht im Grunde ein „Ofen“. Die Wärme kann nicht entweichen, und die elektronischen Komponenten gehen kaputt. Es handelt sich dabei um ein feines Gleichgewicht. Wir investieren viel Zeit darin, herauszufinden, wo genau die Kühlrippen angebracht werden müssen, damit das Gerät trocken bleibt und nicht überhitzt.
Wir tun all das, weil ein einfacher Sprühtest in der Fabrik nicht die gesamte Wahrheit zeigt. Ein Heizer mag zwar fünf Minuten lang gut funktionieren, nach sechs Monaten im Dampfbad könnte er jedoch versagen. Wir möchten diese Fehler lieber in unserem Labor feststellen – anstatt dass Sie sie in Ihrem Badezimmer entdecken.